Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Open Government Data

Im Zuge der Umsetzung des Projektes Open Government hat das Bundesinnenministerium den Auftrag für eine Studie zu diesem Thema an das Lorenz-von-Stein-Institut für Verwaltungswissenschaften, das "Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS" und die ÖPP Deutschland AG vergeben.


Das Projekt Open Government ist im Regierungsprogramm "Vernetzte und transparente Verwaltung" verankert. Ferner sind die Ziele von Open Government in der "Nationalen E-Government-Strategie" formuliert.

Weitere Informationen finden Sie unter www.daten-deutschland.de


Die Studie kann dabei auf den Vorarbeiten des Instituts im Rahmen eines ISPRAT Projektes aufbauen.

Open Government hat das Ziel, Politik und Verwaltung gegenüber Bürgern und Wirtschaft durch das verstärkte Angebot von Kooperation, Transparenz und Partizipation zu öffnen. Dieser Anspruch wird zurzeit schrittweise eingelöst: Eine wachsende Zahl von Beteiligungsmöglichkeiten auf allen Verwaltungsebenen sowie die Berücksichtigung von Open Government im Regierungsprogramm „Vernetzte und transparente Verwaltung“ und in der nationalen E-Government-Strategie zeigen, dass Deutschland bei diesem Thema auf einem guten Weg ist. Open Government wird jedoch nur dann seinen wahren Nutzen entfalten, wenn es – deutlich über netzpolitische Themen hinaus – im Zusammenspiel von Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft auch im Sinne eines Innovationstreibers umgesetzt wird. Open Government wird so zu einem Wegbereiter für die Digitale Agora, eine zeitgemäße Ausführung der Markt- und Versammlungsplätze in den Städten des antiken Griechenlands, die gleichzeitig Ort von Politik, Handel und sozialer Interaktion waren. 

In einem zum IT-Gipfel 2010 vorgelegten Whitepaper, welches von den wissenschaftlichen Mitarbeitern des Instituts Dr. Sönke E. Schulz, Christian Hoffmann und ThomasWarnecke gemeinsam mit dem ISPRAT e. V. und Fraunhofer FOKUS erarbeitet wurde, wird zunächst der Weg von den Preußischen Reformen zu einer modernen, IT-gestützten Verwaltung skizziert und anschließend das Entstehen der Digitalen Agora mit Beispielen belegt. Die Autoren zeigen, dass Institutionen – auch diejenigen der öffentlichen Verwaltung – in Zukunft von den neuen Interaktionsformen des Internets, z.B. sozialen Netzwerken, maßgeblich beeinflusst werden. Anhand der Beispiele „Open Data“ und „Soziale Netzwerke in der Verwaltung“ werden die Themen Transparenz und Kooperation aus organisatorisch-technischer, rechtlicher und wirtschaftlicher Sicht vertieft.

>>> Abruf der Studie auf der Seite von ISPRAT

>>> Pressemitteilung von ISPRAT

>>> Kurzmeldung auf dem IT-Gipfelblog


Studie veröffentlicht: Start frei für mehr Transparenz und Teilhabe

Wie hoch ist die Lärmbelastung durch Verkehr in meiner Stadt? Wie ist die Wasserqualität bei mir zuhause? Welche Jobchancen habe ich in meiner Region? Wann kann ich Themen, die mich bewegen, im politischen Prozess beeinflussen? Und wer ist dann mein Ansprechpartner?

All diese Fragen und noch viele mehr lassen sich mithilfe von Informationen und Daten der öffentlichen Verwaltung beantworten. Ein föderales Datenportal kann diese Informationen für die Bürger leichter und schneller verfügbar machen.

Einen entscheidenden Beitrag zu mehr Rechtssicherheit im Umgang mit offenen Verwaltungsdaten, die für solche Portale benötigt werden, hat das Lorenz-von-Stein-Institut für Verwaltungswissenschaften an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) in der gestern (1. August) veröffentlichten Studie „Open Government Data“ geleistet.

Der Bundesinnenminister Dr. Hans Peter Friedrich erklärte: „Die Bundesregierung hat sich ein offeneres Regierungs- und Verwaltungshandeln zum Ziel gesetzt. Grundlage hierfür sind frei zugängliche Daten und Informationen, die für Dritte einfach und in standardisierten Formaten verfügbar sein müssen.“ Für dieses Vorhaben wurde das Kieler Lorenz-von-Stein-Institut beauftragt, die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Realisierung einer Online-Plattform zu prüfen. „Dabei haben wir insbesondere Wert auf klar formulierte Nutzungsbestimmungen für offene Datenbestände gelegt, um Rechtssicherheit für Datenbereitsteller und Datennutzer zu schaffen“, erklärt Professor Utz Schliesky, der gemeinsam mit Dr. Sönke E. Schulz die wissenschaftliche Leitung des Projekts trägt. „In der knapp 600 Seiten starken Studie werden neben rechtlichen Gesichtspunkten auch strategische, organisatorische und technische Aspekte untersucht“, ergänzt Schulz.

Das Ergebnis der Studie sind 54 Handlungsempfehlungen, die zeigen sollen, wie deutsche Verwaltungen ihre Datenbestände im föderalen Kontext und unter Einbeziehung bestehender Datenplattformen von Bund, Ländern und Kommunen öffnen können. Dienstleister und Anwendungsentwickler können auf dieser Basis vielfältige Informationsangebote, -dienste und -anwendungen entwickeln. Offene Verwaltungsdaten bieten dem Bürger die Chance auf mehr Transparenz, Wissen und Teilhabe im gesellschaftlichen Diskurs, zudem bergen die Daten auch einen ökonomischen Wert: Laut Europäischer Kommission steckt in der Entwicklung von Informationsangeboten, die Rohdaten aufbereiten und visualisieren, ein jährliches wirtschaftliches Potenzial von rund 40 Milliarden Euro.

Die interdisziplinäre Studie des Lorenz-von-Stein-Instituts wurde im Auftrag des Bundesministeriums des Innern gemeinsam mit dem Berliner IuK-Forschungsinstitut Fraunhofer FOKUS und der ÖPP Deutschland AG sowie in Abstimmung mit der Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Open Government“ des IT Planungsrates erstellt.

>>> Download der Studie


Weitere Publikationen zum Thema

  • Dr. Dirk Graudenz/Barbara Krug/Christian Hoffmann/Dr. Sönke E. Schulz/Thomas Warnecke/Jens Klessmann Vom Open Government zur Digitalen Agora, ISPRAT Whitepaper, herausgegeben von Matthias Kammer, Marie-Therese Huppertz und Horst Westerfeld, 2010 >>> abrufbar auf den Seiten von ISPRAT

  • Sönke E. Schulz Open Government Data – und was macht der Gesetzgeber?, Blogbeitrag v. 09.02.2011; >>> abrufbar unter www.government2020.de